München
München und...
das Bier
Der Ruf Münchens als Stadt des Bieres, der Brauereien und der Bier-Feste hat eine lange Tradition. 1286 wurde im Heiliggeistspital bereits Bier gebraut, 1487 das Münchner Reinheitsgebot erlassen. Bis zum Jahr 1500 stieg die Zahl der Brauereien bei einer Einwohnerzahl von vielleicht 10.000 von 12 auf 45. Um 1600 hatte ihre Zahl mit über 80 den Höchststand erreicht und ging mit immer noch etwa 60 Brauereien in das 19. Jahrhundert. Dann gingen viele dieser kleinen Betriebe ein oder wurden von anderen aufgekauft (alleine Löwenbräu kaufte 11). Ihre Zahl verringerte sich, aber ihre Größe wuchs. Es entstanden bis um 1900 mehrere Großbrauereien, von denen vor allem "Löwenbräu" weltweiten Ruf erlangte.
Die zuletzt noch sechs - auch auf dem jährlichen Oktoberfest präsenten - Brauereien bestehen heute zum Teil nur noch dem Namen nach; denn durch Fusionen sind es de facto nur noch vier (Paulaner mit Löwenbräu und Hacker-Pschorr, Augustiner, Spaten und das staatliche Hofbräuhaus).
Untrennbar sind in München Bier und Brauereien mit wichtigen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen verbunden: Wegen einer Bierpreiserhöhung um 2 Pfennige kam es 1844 zu einem Bierkrawall, der einen Menschen das Leben kostete; im Verlauf der Revolution von 1848 wurde das Stammhaus der Pschorrbrauerei demoliert; der Sturz der Monarchie 1918 nahm seinen Ausgang vom Mathäserbräu und der nationalsozialistische Putschversuch ("Hitler-Putsch") von 1923 vom Bürgerbräukeller, der 1938 auch Schauplatz des Attentats auf Adolf Hitler war.
München und...
der Fußball
Das erste Fußballspiel in München fiel ins Wasser. Im Jahr 1889 hätte, da München selbst noch keine Mannschaft hatte, eine solche aus Leipzig gegen eine aus London spielen sollen, wenn es nicht ein Dauerregen verhindert hätte. Seit wann genau auf der Theresienwiese, der "Oktoberfestwiese", Fußball gespielt wurde, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Jedenfalls sollen es zuerst Gymnasiasten und Studenten gewesen sein, die dort den Ball traten. Einige von ihnen gründeten 1896 den ersten Fußballverein "Terra Pila".
Der heute wohl bekannteste Münchner Fußball-Club, der FC Bayern München, wurde 1899 gegründet. Der "Turnverein", später "Turn- und Sport-Verein" (TSV) 1860, die "Sechziger", legten sich 1902 eine Fußball-Mannschaft zu, waren aber vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen lange Jahre Leichtathletik-Mannschaftsmeister und stellten zahlreiche Olympiateilnehmer und -sieger. Die Turnbewegung war schon längst populär, als der Fußball kam. 1828 wurde bereits eine öffentliche Turnanstalt eröffnet, 1863 die erste Münchner Vereinsturnhalle eingeweiht, 1869 der erste Radfahr-Club der Welt gegründet. 1889, 1923, 1958 und 1998 fand jeweils das Deutsche Turnfest hier statt, 1972 die XX. Olympischen Sommerspiele. München war früh ein Zentrum des Radsports mit der damals größten Radrennbahn der Welt beim Vorort Milbertshofen (seit 1906). Heute finden alljährlich die Münchner Sechstage-Rennen statt. Großereignisse waren jahrzehntelang die Autorennen um den Herkomer-Preis und die Pferderennen in Riem (seit 1897) und Daglfing (seit 1902). Im Jahr 2002 fand die Leichtathletik-Europameisterschaft in München statt und 2006 - zum zweiten Mal nach 1974 - wird es Spiele der Fußballweltmeisterschaft hier geben.
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der Garten
"Englischer Garten" ist eigentlich kein Name, sondern eine Stilbezeichnung, die diese Art von Park mit lockerer, unregelmäßiger Bepflanzung, weiträumigen Rasenflächen, geschwungenen Wegen und kleinen Bodenerhebungen von der streng geometrischen "französischen" Gartenanlage unterscheidet (Beispiel: der Hofgarten neben dem Odeonsplatz). Der Englische Garten in München entstand ab 1789 und war von Anfang an zur Ergötzung und Erholung für Leib, Seele und Geist der Bürger geplant ("Volkspark") und deshalb mit einer Gaststätte, heute mit Biergarten, einem Offizierskasino und einem (heute nicht mehr bestehenden) Rundtheater (Amphitheater), ebenso einer Aussichts- und Musikpagode, dem "Chinesischen Turm", und einem reinen Aussichtsturm mit Blick auf die Stadt, dem "Monopteros", ausgestattet. Erst später kam das Café Seehaus am Kleinhesseloher See hinzu, an dem der Garten früher endete. Durch spätere Erweiterungen erstreckt sich der Englische Garten heute über eine Länge von 5 Kilometern bis zum "Aumeister" in Freimann (mit berühmtem Biergarten). Im Landschaftsschutzgebiet Obere und Mittlere Isarau setzt er sich fort bis Freising. Er ist einer der frühesten, größten und bedeutendsten englischen Landschaftsgärten Deutschlands, der erste "demokratische", weil von Anfang an für das Volk bestimmte, Garten in Europa und die größte geschlossene Grünanlage einer deutschen Großstadt.
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das Museum
Das "Deutsche Museum" auf der Insel zwischen zwei Isararmen ist Meisterwerken der Naturwissenschaften und Technik gewidmet. Es wurde ab 1906 erbaut, aber erst 1925 eröffnet, später mehrfach erweitert, so 1936/37 um eine Kraftfahrzeughalle, 1978/84 um die Halle für Luft- und Raumfahrt. Eine umfangreiche Bibliothek gehört ebenso wie ein Forschungsinstitut, ein Fortbildungsinstitut und ein Kongreßsaal dazu. Der Turm ist mit Thermometer, Barometer, Windmesser und Hygrometer als "meteorologischer Turm" angelegt. Ein Zweigmuseum ist die "Flugwerft Schleißheim" bei München. Das "Deutsche Museum" ist mit über 16 000 Objekten - überwiegend beweglich und vom Besucher in Bewegung zu setzen - zu 40 Bereichen das erste, größte und bedeutendste Museum für Technik und Naturwissenschaften der Welt. Trotz unzähliger weiterer, teils lehrreicher, teils skurriler Einrichtungen, die München auch zu einer Stadt der Museen machen - angefangen von dem bereits 1867 eröffneten Bayerischen Nationalmuseum oder dem Residenzmuseum, über Spielzeug-, Kartoffel- oder Jagd- und Fischereimuseum bis hin zum Osterhasen- und Nachttopfmuseum - dürfte das "Deutsche Museum" das bei weitem bekannteste und auch für ein jüngeres Publikum ansprechendste sein.
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die Kultur
Die erste Kunstausstellung fand in München schon im Jahr 1788 statt. 34 Künstler nahmen mit ihren Werken daran teil. 1830 wurde am Königsplatz das erste eigens für antike und zeitgenössische Plastik errichtete und für die Öffentlichkeit bestimmte Museumsgebäude in Deutschland errichtet ("Glyptothek") und 1838 gleich gegenüber mit dem Bau eines eigenen Kunst- und Industrie-Ausstellungsgebäudes begonnen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war München in der bildenden Kunst, vor allem der Malerei, aber auch in Theater, Literatur und Musik, eine der führenden Hauptstädte Europas. 1858 gab es hier die 1. Allgemeine Deutsche Kunstausstellung, 1869 die 1. Internationale Kunstausstellung. Staatliche Galerien (Alte und Neue Pinakothek) entstanden genauso wie private, die sich heute noch in großer Zahl in München finden. München ist mit 18 Auktionshäusern auch die bedeutendste Auktionsstadt in Deutschland, aber auch eine Stadt der Theater und der Musik. Einschließlich Kleinkunstbühnen, Kabaretts und Puppentheater spielen hier fast täglich etwa 50 Musik- und Sprechtheater, Dutzende von Jazz- und andere Musikbühnen nicht mitgerechnet. Seit 1510 sind hier Theateraufführungen, anfangs als Freilichtveranstaltungen auf dem Marktplatz, nachgewiesen. Mit zwei Staatsopernorchestern, die aus der kurfürstlichen Hofkapelle hervorgingen, den 1893 von einem Klavierfabrikanten gegründeten Münchner Philharmonikern und dem Münchner Rundfunkorchester hat die Stadt vier Orchester von Weltrang. Die Akademie der Tonkunst wurde schon 1846 als Konservatorium gegründet, seit 1902 gibt es die städtische Musikbibliothek. Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Gustav Mahler, Richard Wagner, Richard Strauss und Carl Orff haben hier Werke uraufgeführt.
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die Wahrzeichen
In aller Welt bekannt sind die beiden auffallenden Hauben oder Kuppeln der Frauentürme von 1525. Die heutige Domkirche Zu Unserer Lieben Frau selbst wurde seit 1468 gebaut. Nicht weniger ins Auge fallend ist der Turm der ältesten Münchner Pfarrkirche, St. Peter, der sogenannte "Alte Peter". Turm und Kirche wurden seit der Stadtgründung immer wieder umgebaut und dem Zeitgeschmack angepasst.
Neben diesen beiden mittelalterlichen Kirchen im Stadtzentrum haben aber später auch viele andere Bauten das Bild der Stadt nachhaltig geprägt, so die zweitürmige barocke Kirche des Theatinerklosters bei der Feldherrnhalle, die Feldherrnhalle selbst, das Maximilianeum hoch über der Isar, heute unter anderem Sitz des bayerischen Landtags, das BMW-Verwaltungsgebäude mit dem Grundriß in Form eines vierblättrigen Kleeblatts ("Vierzylinder"), das Zeltdach der Sportanlagen der Olympischen Spiele von 1972.
Vor allem haben das heutige Erscheinungsbild Münchens die bayerischen Könige des 19. Jahrhunderts geprägt: Max I. Joseph (1799-1825, seit 1806 König), der die Brienner Straße und den Karolinenplatz anlegen ließ, sein Sohn Ludwig I. (regierte 1825-1848). Er ließ durch seine Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner die Ludwigstraße und den Königsplatz anlegen. Sein Sohn Max II. (regierte 1848-1864) wiederum ließ vorwiegend durch den Architekten Friedrich Bürklein die Maximiliansstraße mit dem Maximilianeum bauen und Prinzregent Luitpold (regiert 1886-1912), ebenfalls ein Sohn von Ludwig I., die Prinzregentenstraße mit dem Friedensengel über der Isar. Der berühmteste bayerische König - Ludwig II., der "Märchenkönig" (regierte 1864-1886) - hat jedoch in München keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Seine Wahrzeichen stehen im bayerischen Oberland (Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee).
Quelle: www.muenchen.de
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